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Programm

EINLADUNG

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste,

Zum 7. Kongress der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung vom 11.-13. September 2014 begrüße ich Sie herzlich in der Lutherstadt Wittenberg.

„MAL ANDERS DENKEN“ ist das Leitthema und Motto des Kongress-Programms und der Wissenschaftlichen Vorträge. Das Potential für mehr medizinische Qualität für Patienten ist enorm, wenn alle Behandelnden entsprechend ihrem Wissen und ihrer Fähigkeit ihren Platz finden. Um dies zu erreichen muss auch mal anders gedacht werden.

Die Zunahme an Wissen in der Medizin und Medizintechnik, die immer detaillierteren Erkenntnisse über biochemische und physiologische Abläufe und ihre Pathologie sowie das Anwachsen von technischen und pharmakologischen Manipulationsmöglichkeiten birgt für jeden Arzt zugleich Herausforderung und Belastung. Das Anwachsen des Wissensvolumens führt zu immer weiterer Spezialisierung der Ärzte einschließlich aller Chirurgischen Richtungen und macht die interdisziplinäre Zusammenarbeit unabdingbar. Auch stellt es die Pflegedisziplinen vor ständig sich wandelnde Situationen und Aufgaben sowie die Krankenhausträger vor neue wirtschaftliche Fragen. So führt die Ausdehnung unseres Wissenshorizontes zur Revision mancher Anschauungen, die bisher Gültigkeit in Therapie und Pflege hatten. Nichts bleibt wie es war? Oder manches doch?

„MAL ANDERS DENKEN“ ist Ansatz und Ermutigung für innovatives und kreatives Herangehen an gewohnte Konzepte und Handlungsabläufe sowie Aufnahme und Integration neuen Wissens.

In vielen Bereichen des Arbeitslebens, in der Wirtschaft und in den Naturwissenschaften bedeutet „MAL ANDERS DENKEN“ heute eine Methode, die zu neuen Erkenntnissen führt und Fortschritte mit sich bringt. Auch in der Medizin müssen bekannte Probleme aus neuen und unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden. Es geht nicht darum, das Rad neu zu erfinden, sondern darum, Ressourcen zu erschließen, neue Wege zu sehen und ebenfalls darum, alte und neue Bedingungen sinnvoll zu verknüpfen.

„Visionen und Vorstellungskraft bringen uns manchmal in Welten, die es gar nicht gibt. Aber ohne sie kämen wir nirgends wohin!“ Diese Aussage stammt von dem mit zahlreichen Auszeichnungen und Preisen geehrten, multitalentierten Astrophysiker Carl Sagan.

Dieser Gedanke lag auch der im Jahr 1984 in den USA ins Leben gerufenen TED-Konferenz zu Grunde, um Experten aus unterschiedlichen Gebieten einen Ideen-Austausch auf hohem und visionären Niveau zu ermöglichen. Inzwischen finden die TED-Konferenzen jährlich und auch in Europa statt und haben sich in ihren Themen geteilt, das heißt spezialisiert. Seit 2009 gibt es eine TEDMED mit den Schwerpunkten Medizintechnik, Krebsforschung und weiteren Themen aus dem Bereich der Gesundheitsfürsorge. Das Niveau der Konferenzen wird durch wissenschaftliche Eliten bestimmt und die Vorträge gehen im Internet um die ganze Welt (TED-Talks-Website).

Soviel globale Aufmerksamkeit wollen wir hier natürlich nicht erreichen. Den zugrunde liegenden Gedanken aber möchten wir aufgreifen, und hier und da mal einiges von sehr verschiedenen Seiten betrachten und bedenken, vielleicht „denken Sie dann hinterher auch anders“. Um das zu erfahren möchte ich Sie ganz besonders auf die parallel stattfindenden TED-Sitzungen hinweisen, die am Sonnabend, eingebettet in Vorträge über Zukunftstechnologie und gefäßchirurgische Themen, dazu führen könnten, dass Sie ihre Meinung ändern. Davor erwartet Sie aber natürlich das am Donnerstag um 12:00 Uhr beginnende Programm unserer Tagung mit Aktuellem aus der Chirurgie – Fallpräsentationen und Kurzvorträge. Im Anschluss daran findet das Gesundheitspolitische Forum und die Vorstandssitzung statt.

Nach der gemeinsamen feierlichen Eröffnung am Freitagmorgen um 8:00 wird die Tagung in Parallelveranstaltungen zu verschiedenen, hochaktuellen chirurgischen Themen und zum Thema Pflege verlaufen, nur unterbrochen durch die Volkmann-Vorlesung zur Aorten-Chirurgie, zu der keine parallelen Vorträge stattfinden. Die sich daran anschließenden Sitzungen zur Interdisziplinären Onkologie und zur Bariatrischen Chirurgie konkurrieren dann wieder um Ihre Aufmerksamkeit. Die Veranstaltungen „Mal anders denken: 1 Fall – 8 Meinungen“ am Sonnabend hatte ich Ihnen schon vorgestellt, wir befinden uns übrigens mit unseren zwei parallelen TED-Sitzungen im direkten Anschluss an die TEDMED-Konferenz 2014, die vom 10. bis 12. September in San Francisco und Washington stattgefunden hat. Wir freuen uns, Sie in Wittenberg begrüßen zu können! Nach wie vor befinden wir uns ja in der Lutherdekade und die Stadt bereitet sich zunehmend intensiv und mit wachsendem Enthusiasmus auf das 500-jährige Jubiläum des Thesenanschlages vor.

Martin Luther – auch einer, der „MAL ANDERS GEDACHT“ hat. Ich hoffe, Sie finden Zeit, die Wirkungsstätten dieses für unsere Religionsgeschichte und Kultur so bedeutenden Reformators anzusehen, wir laden Sie mit unserem Rahmen-Programm herzlich dazu ein, ebenso wie zu unseren Abendveranstaltungen!

Mit kollegialen und herzlichen Grüßen

Ihr Prof. Dr. med. Helmut Zühlke

GRUßWORT

Grußwort von Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff zum Programmheft
für den 7. Kongress der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung
vom 11. bis zum 13. September 2014 in der Lutherstadt Wittenberg

Sehr geehrte Mitglieder der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung,

herzlich grüße ich Sie aus Anlass Ihres 7. Kongresses, den Sie dieses Jahr in der Lutherstadt Wittenberg abhalten.

Es ist von Bedeutung, dass an ganz verschiedenen Stellen kreativ darüber nachgedacht wird, mehr medizinische Qualität für den Patienten zu ermöglichen. Ich wünsche Ihnen für Ihre Anstrengungen dabei viel Erfolg. Es ist nämlich mitentscheidend für die Lebensqualität der Menschen in unserem Land, dass die medizinische Versorgung sich auf einem hohen Stand befindet und das volle Vertrauen der Menschen in den drei mitteldeutschen Ländern genießt.

Darüber hinaus hoffe ich natürlich, dass Sie sich einen Eindruck vom kulturellen Reichtum der Region verschaffen können. Martin Luther und die Reformation sind von bleibender prägender geistiger Kraft auch für unsere Zeit, das Dessau-Wörlitzer Gartenreich zeugt von einem bestechenden Sinn für Schönheit, durch den Landschaften und Architektur miteinander verschmolzen sind und die Weise, wie wir dieses Erbe heute pflegen, lässt ein tiefes Verantwortungsgefühl und großes Traditionsbewusstsein unserer Generation spürbar werden.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Kongress in meiner Heimatstadt Wittenberg.


Dr. Reiner Haseloff
Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt